Aufstieg perfekt – historischer Aufstieg in die 2. Rheinland-Pfalz-Liga Süd
Am 30.03.2025 traten wir mit gehörigem Respekt bei der Mannschaft des SC Schifferstadt an, denn immerhin war es dem Team am 01.12. des vergangenen Jahres gelungen, den Meisterschaftsfavoriten aus Kaiserslautern zu besiegen. Und tatsächlich führten die Schifferstädter gegen uns Ähnliches im Schilde, schließlich konnten sie zwei starke Spieler extra für den Kampf gegen uns aktivieren. Wie erfreulich mutete es da an, dass unser Ersatz Mark-André Ruppenthal sehr schnell, nach circa 2 Stunden, seinen Gegner Christian Biedinger (DWZ 1754) besiegen konnte. Bei entgegengesetzten Rochaden und vielen weißen Felderschwächen beim Heimspieler konnte Mark-André in einer chaotisch anmutenden Stellung irgendwo den entscheidenden Schlag setzen. Genauso erfreulich war aber auch das folgende Remis von David Schwarz, der mit den schwarzen Steinen scheinbar mühelos gegen Erik Förster (DWZ 2115) remisierte. Aus der Eröffnungsschlacht war der Schifferstädter zwar mit einem Mehrbauern hervorgegangen, aber sein Springer verharrte noch auf der Grundreihe, der Turm Davids war sehr aktiv, bei extrem reduziertem Material führte die ausgeglichene Stellung bald zum Remis. Eine scheinbar ausgeglichene Stellung musste Tim Biehl auch gegen Tobias Faulhaber (DWZ 1869) verwalten, bis aber eine Ungenauigkeit von Tobias dazu führte, dass ein Freibauer Tims, kombiniert mit einem aktiven König auf der d-Linie nicht mehr gestoppt werden konnte. Wir führten 2,5 zu 0,5.
Ein Blick auf die übrigen Partien zeigte, dass sich zwei Spieler durchaus Sorgen machen mussten. Weder Milan Schneble noch Mario Ziegler standen besonders gut. Aber der Reihe nach. Niklas Leyendecker hatte gegen Ole Blunck (DWZ 1995) eine etwas bessere Stellung, zumal er gegen einen Isolani spielte und seine Figuren das Feld vor dem vereinzelten Bauern voll unter Kontrolle hatten. Da sich Ole aber gut verteidigte, mündete auch diese Partie irgendwann in den Remishafen ein. Der Berichterstatter hatte gegen Nils Winkler (DWZ 1922) eigentlich alles im Griff, plötzlich öffnete sich im Bauernendspiel sogar noch die Möglichkeit zum Sieg, aber das bekannte Motiv der Umgehung (siehe Diagramm) rechnete er nicht zu Ende und verlor.
Da war es gut, dass Milan und Mario am Ende ihre Partien Remis halten konnten und damit den für den Aufstieg notwendigen Punktgewinn festmachen konnten. Milan konnte gegen David Keuper (DWZ 1765) im Mittelspiel zwar einen Bauern gewinnen, hatte dann aber alle Mühe, seinen Königsflügel gegen die Schwerfiguren des Gegners zu verteidigen. Tatsächlich gewann der Schifferstädter bald den Bauern zurück und schien Milans Königsstellung vollends zerschmettern zu können. Was war die Folge? Plötzlich stand im Endspiel Milans Dame den beiden Türmen des Gegners gegenüber, man einigte sich auf Remis. Mario musste gegen Wadim Heß (DWZ 1811) durch ein Wechselbad der Gefühle. Mario konnte zwar zunächst zwei Figuren für einen Turm gewinnen, schlug damit aber einen sehr riskanten Pfad ein, der im Laufe der Partie zu Gunsten des Heimspielers kippte. Um den 40. Zug stand Mario auf Verlust, konnte sich aber zurück kämpfen und selbst Gewinnchancen generieren. Beim letztlichen Partieschluss hatte Mario immer noch Vorteile, aber nun den sicheren Aufstieg im Blick gab es gar keinen Grund dagegen einzuwenden, den Friedensschluss mit dem Schifferstädter zu suchen. Wir führten 4:3.
Für Herbert Bastian entwickelte sich sein Duell gegen Christoph Holz (DWZ 2043) zu einer zunächst sehr zähen Angelegenheit, trotzdem verfügte Herbert aber immer über ein optisches Übergewicht im Zentrum, der Gegner musste alle Kräfte bündeln, um den rückständigen Bauern d6 zu verteidigen. Nach der Partie zitierte Herbert einmal mehr den chinesischen General, der mit dem Ratschlag, dem Gegner die Chance zu Fehlern zu geben, in die Geschichte des bastianischen Vereinstrainings einging. Indem Herbert die Spannung hoch hielt und die Stellung verkomplizierte, verleitete er seinen Gegner zu einem Fehler und gewann so die Partie. Endstand 5:3 für Birkenfeld. Damit gelingt der Mannschaft der SF Birkenfeld das erste Mal der Aufstieg in die 2. Rheinland-Pfalz-Liga Süd. Herbert Bastian gewann alle seine vier Partien, Tim Biehl wurde Brettsieger am siebten Brett, Milan Schneble und Mario Ziegler gehörten punktmäßig zu den besten Spielern der Liga, da sie aber nur als Ersatz nominiert waren, mussten sie anderen den Vortritt lassen.
Fotos: Michael Hippenstiel